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Was tun, wenn eine Extension die neue TYPO3-Version nicht unterstützt?
Wenn eine wichtige Extension die gewünschte TYPO3-Version nicht unterstützt, ist das erstmal unangenehm – aber noch lange kein automatisches Aus für das Update. Es gibt mehrere Möglichkeiten: warten, eine kostenpflichtige Version einsetzen, die Extension selbst anpassen, einen Ersatz finden, die Funktion mit TYPO3-Bordmitteln neu umsetzen oder die Extension ganz entfernen. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt davon ab, wie wichtig die Extension ist, wie groß sie ist und wie lange die aktuelle TYPO3-Version noch unterstützt wird.
Zuerst klären: Wird die Extension überhaupt noch gebraucht?
Bevor ich über eine technische Anpassung nachdenke, prüfe ich erstmal, ob die Extension überhaupt noch gebraucht wird. Gerade in älteren TYPO3-Projekten liegen manchmal Extensions herum, deren Funktion längst nicht mehr verwendet wird. Dann wäre es unsinnig, Zeit und Geld in eine Aktualisierung zu stecken.
Es kann auch sein, dass TYPO3 eine Funktion inzwischen selbst anbietet, für die früher eine zusätzliche Extension notwendig war. In diesem Fall ist die sauberste Lösung häufig, die alte Extension zu entfernen und die Funktion künftig mit TYPO3-Core-Mitteln abzubilden.
Die beste Extension zum Aktualisieren ist manchmal die, die man gar nicht mehr braucht.
Was ist, wenn die Extension für die Website unverzichtbar ist?
Dann muss genauer hingeschaut werden. Wenn eine Extension einen zentralen Teil der Website abdeckt und für die neue TYPO3-Version keine passende Version existiert, gibt es meistens zwei realistische Wege: Die bestehende Extension wird selbst angepasst oder ihre Funktion wird durch eine andere Lösung ersetzt. Bei einer kleinen Extension kann eine Anpassung sehr überschaubar sein. Manchmal fehlen nur wenige Änderungen, damit sie wieder sauber mit der neuen TYPO3-Version läuft. Bei einer großen Extension kann daraus dagegen ein eigenes Teilprojekt werden. Deshalb prüfe ich nicht nur die Versionsangabe, sondern den tatsächlichen Code und die verwendeten Funktionen.
„Nicht offiziell kompatibel“ kann von einer Kleinigkeit bis zu einem kompletten Umbau alles bedeuten.
Welche Möglichkeiten gibt es?
Wenn eine Extension die gewünschte TYPO3-Version nicht unterstützt, kommen grundsätzlich mehrere Wege infrage:
- auf eine neue Version der Extension warten
- eine kostenpflichtige kompatible Version einsetzen
- die Extension selbst aktualisieren
- eine andere Extension als Ersatz verwenden
- die benötigte Funktion individuell neu umsetzen
- die Extension entfernen, wenn sie nicht mehr benötigt wird
- die Funktion mit TYPO3-Core-Mitteln ersetzen
Welche Variante am Ende sinnvoll ist, hängt vom Aufwand und vom Projekt ab. Wenn die aktuelle TYPO3-Version noch ausreichend Support hat, kann Warten durchaus eine vernünftige Entscheidung sein. Wenn der Support dagegen bald ausläuft, wird der Spielraum kleiner.
Kann man einfach auf die nächste Extension-Version warten?
Man kann. Planen würde ich damit aber nur sehr vorsichtig. Wenn ein Extension-Autor schreibt, dass die Unterstützung für eine neue TYPO3-Version „bald“ oder „demnächst“ kommt, ist das keine belastbare Projektgrundlage. Bei frei verfügbaren Extensions gibt es keine Verpflichtung, überhaupt eine neue Version zu veröffentlichen. Und es gibt auch keine Garantie, wann das passiert.
Mit „kommt bald“ kann ich keinen Go-live-Termin planen.
Wenn genügend Supportzeit auf der aktuell eingesetzten TYPO3-Version verbleibt, kann man natürlich entspannt abwarten. Wenn das Update aus anderen Gründen zeitnah erfolgen muss, brauche ich dagegen eine Lösung, auf die ich mich verlassen kann.
Was ist mit einer kostenpflichtigen Version?
Manche Extensions werden für neue TYPO3-Versionen zunächst kostenpflichtig angeboten und später wieder als freie Community-Version veröffentlicht. Wenn eine solche Version verfügbar ist und die Extension für die Website wichtig ist, würde ich sie dem Kunden in vielen Fällen empfehlen. Damit bleibt das Update planbar und man muss nicht auf einen unbestimmten Release-Termin warten. Ob die zusätzlichen Kosten gewollt sind, entscheidet selbstverständlich der Kunde. Feste Preisbereiche lassen sich dafür nicht nennen. Das ist von Extension zu Extension unterschiedlich.
Eine überschaubare Lizenz kann deutlich günstiger sein als ein eigener Umbau einer großen Extension.
Wann lohnt es sich, eine Extension selbst anzupassen?
Vor allem dann, wenn die notwendigen Änderungen überschaubar sind. Wenn sich nach einem Blick in den Code zeigt, dass nur wenige veraltete TYPO3-Funktionen ersetzt werden müssen, kann eine eigene Anpassung der schnellste Weg sein. Bei größeren Extensions muss man genauer rechnen. Wenn sehr viel Code betroffen ist, wird aus einer kleinen Kompatibilitätsanpassung schnell eine umfangreiche Weiterentwicklung. Dann muss man vergleichen, ob eine andere Extension oder eine eigene neue Lösung wirtschaftlich sinnvoller ist.
Auch hier gilt: Die Größe der Extension allein entscheidet nicht. Entscheidend ist, was für die neue TYPO3-Version tatsächlich geändert werden muss.
Was passiert, wenn eine andere Extension als Ersatz eingesetzt wird?
Ein Austausch kann deutlich mehr bedeuten als „alte Extension raus, neue Extension rein“. Je nachdem, wie stark die bisherige Extension im Projekt verwendet wurde, müssen zum Beispiel Templates, Konfigurationen und bestehende Inhalte angepasst werden. Wenn vorhandene Daten weiterhin gebraucht werden, muss außerdem eine Migration gebaut werden. TYPO3 bietet dafür mit Upgrade Wizards eine gute technische Grundlage. Trotzdem bleibt es zusätzlicher Aufwand, weil die Daten aus der alten Struktur in die neue Struktur übertragen werden müssen. Auch die Bedienung im Backend kann sich ändern. Bei größeren Extensions müssen Redakteure deshalb möglicherweise lernen, wie die neue Lösung funktioniert.
Eine Ersatzextension kann die richtige Lösung sein, ist aber nicht automatisch die billigste.
Manchmal braucht man gar keine Ersatzextension
TYPO3 entwickelt sich selbst weiter. Funktionen, für die früher eine zusätzliche Extension benötigt wurde, können später später direkt zum TYPO3-Core gehören. Dann würde ich nicht versuchen, eine alte Extension künstlich am Leben zu halten. Wenn die Core-Funktion das gleiche Problem sauber löst, ist das langfristig meistens die bessere Lösung. Damit fällt eine externe Abhängigkeit weg und zukünftige Updates werden einfacher. Das muss aber im Einzelfall geprüft werden. Nicht jede Core-Funktion arbeitet exakt so wie die alte Extension, und bestehende Daten oder Templates müssen eventuell migriert werden.
Was ist, wenn die Extension technisch läuft, aber offiziell nicht freigegeben ist?
Das kommt vor. Eine Extension kann auf einer neuen TYPO3-Version scheinbar problemlos funktionieren, obwohl der Entwickler diese Version offiziell noch nicht als unterstützt angegeben hat. Darauf würde ich mich bei einem Kundenprojekt nicht einfach blind verlassen. Ich würde dem Kunden klar sagen: Technisch funktioniert es aktuell, offiziell ist diese Kombination aber nicht unterstützt. Deshalb kann ich nicht garantieren, dass sie langfristig problemlos läuft. Dann kann gemeinsam entschieden werden, ob dieses Risiko für eine Übergangszeit akzeptabel ist oder ob wir eine sauber unterstützte Lösung brauchen.
Ich update nicht einfach auf gut Glück
Wenn eine wichtige Extension nicht sauber für die Zielversion geklärt ist, würde ich nicht einfach das TYPO3-Update durchführen und hoffen, dass hinterher schon alles irgendwie funktioniert. Das Thema gehört vor dem eigentlichen Update auf den Tisch.
Ich möchte vorher wissen:
- welche Funktion betroffen ist
- wie wichtig sie für die Website ist
- ob eine kompatible Version existiert
- ob eine kostenpflichtige Variante verfügbar ist
- wie groß eine eigene Anpassung wäre
- ob es einen geeigneten Ersatz gibt
- ob die Funktion inzwischen vom TYPO3-Core übernommen werden kann
Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche TYPO3-Zielversion und welcher Updateweg realistisch sind.
Was tun, wenn eine Extension die neue TYPO3-Version nicht unterstützt?
Zuerst muss geprüft werden, wie wichtig die Extension überhaupt noch ist und warum sie nicht als kompatibel gilt. Manchmal reicht eine kleine Anpassung. Manchmal gibt es eine kostenpflichtige Version. Manchmal ist ein Ersatz sinnvoller. Und manchmal stellt sich bei der Analyse heraus, dass die Extension komplett entfernt werden kann.
Wenn eine Extension die neue TYPO3-Version nicht unterstützt, ist das kein automatisches Aus für das Update. Es muss nur vorab entschieden werden, ob wir warten, ersetzen, selbst anpassen oder eine kostenpflichtige Version nutzen.
Was ich nicht machen würde: Das Problem ignorieren und erst nach dem Update schauen, ob die Website noch funktioniert.